Über den Patron und die Geschichte der Pfarrkirche St. Winfried

Bonifatius (auch Wynfnith, Wynfreth oder Winfried) wurde 671/72 in Crediton (?) in Wessex als Sohn eines reichen Gutsbesitzers geboren und am 5.6. 754 oder 755 am Fluß Borne in der Nähe des heutigen Dokkum in Friesland ermordet. Beigesetzt ist er in Fulda. Winfried Bonifatius gilt als „Apostel der Deutschen“, weil er im Auftrag des Papstes die Kirche des bereits schon christlichen Thüringen reformierte und 723/24 durch die Fällung der mächtigen, dem Gott Donar geweihten Eiche bei Geismar Hessen für das Christentum gewann. Er gründete bzw. reorganisierte 739 in der bayrischen Kirche die Bistümer Salzburg, Regensburg, Freising und Passau sowie 745 das Bistum Eichstätt. 741 errichtete er das Bistum Würzburg. 744 gründete er sein Lieblingskloster Fulda, 747 wurde er Bischof von Mainz. Ab 753 widmete sich Bonifatius noch einmal (wie schon zu Beginn seiner Missionstätigkeit) der Friesenmission.  Als er bei Dokkum in Westfriesland am Pfingstfest 754 (oder 755) eine Tauffeier abhalten wollte, wurde er überfallen und samt seinen Begleitern erschlagen.

Es ist natürlich kein Zufall, dass die Pfarrkirche im ehemaligen Bonner Regierungsviertel den Namen des Apostels der Deutschen trägt: In den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als sich die Bundesregierung am provisorischen Regierungssitz Bonn mehr und mehr einzurichten begann, dachte man seitens des Kölner Erzbistums und der Bonner Katholiken über einen Kirchbau im Bonner Regierungsviertel nach. Nach mehrjährigen Planungen konnte dort, nur wenige Schritte vom Bundestag entfernt, im Dezember 1968 St. Winfried geweiht werden, die von Anfang an in der Obhut des weltweit tätigen Salesianer-Ordens lag. Sie sollte die katholische Präsenz im Zentrum der westdeutschen Politik sicherstellen. Jahrzehntelang wurden in ihr die Gottesdienste des Deutschen Bundestages abgehalten. Während diese Funktion dem Gotteshaus seine Bedeutung sicherte, schrumpfte die Gemeinde St. Winfried durch die städtebaulichen Entwicklungsmaßnahmen im Regierungsviertel von ursprünglich ungefähr 1000 auf zur Zeit etwa 340 Mitglieder. St. Winfried ist damit eine der kleinsten Gemeinden des Erzbistums Köln.

Mit den vielen international tätigen Organisationen und Unternehmen, die in Bonn ihren Sitz haben, sowie dem in Bonn verbliebenen Entwicklungshilfe-Ministerium arbeitet die in St. Winfried beheimatete Missionsprokur der Salesianer Don Boscos eng zusammen. Außer der eigenen Gemeinde bietet die Kirche auch dem Foyer der Jesuiten sowie der spanisch sprechenden und der philippinischen Gemeinde eine Heimat. Heute ist die Kirche St. Winfried ein lebendiger Ort der Begegnung für Menschen aller Nationen und Berufe.

 
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