Der heilige Nikolaus und die Pfarrei St. Nikolaus in Bonn-Kessenich

Nikolaus ist abgeleitet von der griechischen Siegesgöttin Nike und heißt „Sieger im Volk“. Er lebte am Ende des dritten und in der ersten Hälfte des vierten nachchristlichen Jahrhunderts und war Bischof von Myra in Kleinasien, auf dem Gebiet der heutigen Türkei. Seine Unterschrift steht unter den Konzilsakten von Nizäa. Dieses erste Ökumenische Konzil im Jahr 325 setzte sich mit der Irrlehre des Arius auseinander und erklärte, dass Jesus wahrer Mensch und wahrer Gott sei, wie wir das heute noch im Glaubensbekenntnis bekennen.
Von Nikolaus sind eine Reihe von liebenswerten Legenden überliefert, u.a. die von der Linderung der Hungersnot in seiner Bischofsstadt oder die von den drei Jungfrauen, für deren Aussteuer er anonym Gold spendete.  Der Nikolaustag (6. Dezember) gehört mit dem Gedächtnis der heiligen Barbara und Luzia zu den adventlichen Heiligenfesten, die auf Weihnachten vorbereiten.

In Kessenich gibt es zwei Kirchen, die dem Hl. Nikolaus geweiht sind. Die erste stammt aus dem Spätmittelalter (14. Jahrhundert), die zweite, die heutige Pfarrkirche, aus dem Ende des 19. Jahrhunderts.
Der Name Kessenich lässt sich ableiten vom keltischen chesne, französisch chene, Eiche, auch von acha, Wasser abgeleitet und daher Kessenich  mit Wassereiche oder Eichenwald übersetzt. Eine andere Lesart weist darauf hin, dass alle Ortsnamen auf „nich“ von einem Personennamen abzuleiten seien. In unserem Fall von Castinius (von Castus). Dann würde Kessenich sich herleiten von Castiniacum, was bedeutet Anwesen oder Besitz eines Römers Castininius.

Kessenich war in älterer Zeit ohne eigenen Priester und wurde von St. Martin in Bonn betreut. An Sonn- und Feiertagen mussten die Pfarrangehörigen von Kessenich zum Gottesdienst nach St. Martin. Nach dem „Kölner Krieg" (1582-84) siedelte der Pfarrer von Bonn nach Kessenich über (nach 1618).

Durch die französische Herrschaft (ab 1802), kam es zur radikalen Neuordnung der kirchlichen Verhältnisse. Die Kapelle des heiligen Nikolaus wurde zur selbständigen Pfarrkirche erhoben, die Bindung an St. Martin wurde gelöst. Die Pfarrei St. Quirinus in Dottendorf wurde Filiale von Kessenich.

Unter den vielen Pfarrern von Kessenich nimmt Franz Xaver Lohe eine besondere Stellung ein. Im Jahre 1804  wurde er als  Pfarrer in Kessenich eingeführt. In seiner Zeit als Pfarrer hat er sich in der Verwaltung des kirchlichen Vermögens, in der Armenfürsorge sowie in der Schule gleichermaßen verdient gemacht.  „Aus Rücksicht für den seitherigen Pfarrer Cornelius Joseph Lejeune (den Pfarrer von Dottendorf) gestattete Pastor Lohe, dass derselbe im Besitz seiner Rechte und Einkünfte bleibe und in keiner Weise durch die französischen Neuerungen geschmälert wurde“ (Geschichte der Pfarreien des Dekanates Bonn, S.57f).

Die neue Kirche St. Nikolaus wurde Ende des 19. Jahrhunderts nötig, weil die Bevölkerungszahl in Kessenich sprunghaft stieg. Ein Kirchenbau-Verein wurde 1884 gegründet, 1888 war die Grundsteinlegung und am 19. September 1891 wurde die neue Kirche durch Weihbischof Dr. Anton Fischer  geweiht.

 
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